Datenpanne bei Facebook, ein erster Kommentar //2011/05/11

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Eben noch haben wir uns gefreut, dass wir selber nicht im Playstation Network waren, aus dem knapp 100 Mio. Email- und Kreditkartendaten gestohlen wurden. Heute sind wir fast alle betroffen: Werbekunden von Facebook konnten nach ersten Meldungen (Audio-Beitrag) »über Jahre hinweg« sensible Daten wie Fotos und Facebook-Posts einsehen.

Ob das Folgen für den einzelnen Nutzer hat, oder ob die laxen AGB von Facebook sowieso schon eine ähnliche Profilierung erlauben, vermag ich nicht zu sagen. Theoretisch könnten Werber sich über die Jahre hinweg eigene, unanonymisierte soziale Profile erstellt oder von Facebook gezogen haben, aber auch darüber wird in den einschlägigen Foren bestimmt eingehender berichtet werden, sobald mehr Informationen zur Verfügung stehen.

Ob überhaupt und wie schlimm die Konsequenzen sind, wird sich also noch zeigen. Symantec, die die Lücke aufgedeckt haben, empfehlen das Passwort zu ändern.

Theoretisch dürften Unternehmen (meines Wissens nach) solche nicht für sie bestimmten Daten nicht verwerten – aber das ist die Theorie, und auch nur in Deutschland.
Aber wenn sogar der Bayerische Rundfunk in seinen Nachrichten darauf hinweist, dass Facebook in starker Konkurrenz mit Google und Yahoo um Werbekunden steht, dann wird die Gerüchteküche im Netz bald überlaufen:
Ist es möglich dass Facebook diesen Bug bewusst als kleinen inoffiziellen Vorteil eingebaut hat? Apple hat seine Daten-Sammelwut bei Location-Gate (consolidated.db) ebenfalls mit einem Bug entschuldigt, was in professionellen Kreisen weithin als faule Ausrede gilt. Wird es hier ähnlich sein?

Natürlich sind für keinen Werbetreibenden alle 500 Mio Profile interessant (für Spammer schon). Aber dank Facebooks Gliederung in Interessensgruppen wäre bestimmt für jeden Werbetreibenden etwas dabei (und darauf baut ja auch das Anzeigenprinzip bei Facebook auf).

Ich vermag auch nicht zu sagen, welche rechtlichen Schritte nun auf Facebook und/oder die Werber zukommen könnte. Dafür fehlen bisher konkrete Informationen. Aber der netz-unkompetente Aufschrei (Stichwort: Verbraucher-Portal, Netzsperren, Vorratsdatenspeicherung, …) in der Politik ist sicher.

Fazit:
Heute enthält sich kaum mehr jemand Facebook. Die soziale Präsenz wird (von Freunden wie Personalern) nahezu vorausgesetzt, von anderen wird das soziale Interagieren sogar belohnt.
Die einzige Möglichkeit, sich sowohl gegen solche Pannen, als auch gegen den Klau von Nutzerdaten durch Hacker zu schützen, ist nach wie vor Datensparsamkeit und ein bewusster Umgang im und mit dem Internet.

Bitte nicht mißverstehen: ich schiebe die Schuld hier nicht auf die User. Aber wir können nicht darauf vertrauen, dass Unternehmen oder Politik eine Lösung für die User finden. User, verlasse dich nur auf dich selbst, sonst bist du verlassen.

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