Stylische Kopfhörer für Gestalter und Programmierer im Alltag //2011/11/15

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Alle von uns die in Büros und Coworking-Spaces arbeiten kennen das: Headphone-Policy oder Kollegen mit nervigem Musikgeschmack. Ich hatte schon beides und habe daher immer eine meiner »Headphone Weapons of Choise« in Griffweite, die ich euch kurz vorstellen möchte. Beide sind sogenannte »geschlossene On-Ear-Systeme«.
Vorher sei noch kurz angemerkt, dass ich mich nicht mit Klangwissenschaften auskenne. Ich bin keiner dieser Fanatiker Spezialisten mit Ahnung von Dynamik und Dämpfung und Impendanz und irgendwelchen Verlaufskurven, sorry. Die technischen Daten habe ich dennoch unten aufgeführt. Für mich sind aber andere Kriterien wichtig, und für die meisten Designer und Developer an Schreibtischen wahrscheinlich auch:

  • subjektiv guter Klang
  • Tragekomfort über lange Zeit hinweg
  • Abschirmung gegen Aussengeräuschen
SONY MDR-V300 und URBAN EARS PLATTAN

SONY MDR-V300* – Der Universelle

Den Sony habe ich schon lange und benutze ihn täglich. Er ist leicht, vielseitig verstellbar und hat ein unendlich langes Kabel.
Als ich ihn zum ersten Mal benutzt habe, war ich vom Bassklang überwältigt (Profis würden vielleicht sagen, dass der Klang zu dumpf und zu basslastig ist, aber damit kenne ich mich nicht aus)!
Dank des langen Kabels und der großen Verstellbarkeit des Kopfbügels kann ich mir keine Situation denken, in der der MDR-V300 nicht funktionieren würde: egal ob der Computer unter dem Tisch steht oder der Laptop in eine Dockingstation ausgelagert ist, egal ob man Afro, Glatze oder Cap trägt – der Kopfhörer ist sehr anpassungsfähig.
Für unterwegs ist er theoretisch geeignet, und lässt sich im Winter auch über der Mütze tragen. Allerdings geht das lange Kabel schnell im Weg um oder füllt ganze Jackentaschen. Auch die beidseitige Kabelführung ist für den körperlich aktiven Einsatz manchmal ungeeignet.

SONY Kopfhörer MDR-V300*
Tragekomfort leicht und nicht zu streng
Klangqualität viel Bass
Abschirmung für Büroaltag geeignet
Kabellänge ca. 3m
Verstellbar ja
Faltbar ja
Kabel Zwillingsadern, auf den letzen 40cm getrennt, beidseitige Kabelführung
Anschluss 3,5mm mit Adapter auf 6,3mm, vergoldet
Gewicht: 115g
Technisches Gedöns Lautsprecher Durchmesser 30 mm, Impedanz 24Ω, Frequenz 16-22kHz

URBAN EARS Plattan* – Designer Schmuckstück mit Schmankerln

Ich habe die Plattan in einem Skater-Laden gekauft und man merkt ihnen ihre Abstammung auch an. Sie sitzen bombenfest und sind zusätzlich extrem schalldicht (was ich aus verkehrssicherheitstechnischer Sicht beim Skaten als problematisch erachten würde) und daher meine erste Wahl wenn ich unterwegs bin und nichts von draußen mitbekommen möchte (S-Bahn voller Schüler, Kollege mit schlechtem Musikgeschmack aber großen Boxen, Best-Of-80‘s beim Schlittschuhlaufen, …).

Wofür er auch prädestiniert ist, sind lange Zugfahrten oder Flüge zu zweit: in die linke Ohrmuschel führt das Kabel, an der gleichen Stelle ist an der rechten Ohrmuschel eine Kopfhörer-Buchse angebracht. Wenn man also zu zweit einen Film auf dem iPad gucken möchte, steckt man einfach ein beliebiges zweites paar Kopfhörer in den Plattan – genial. Allerdings muss man im Ohr Auge behalten, dass die Lautstärke bei dem angeschlossenen Kopfhörer u.U. zu leise oder zu laut sein könnte.

Nicht zuletzt überzeugt das Design des Plattan: schlicht und in zehn Farben ist er ein echtes Schmuckstück, dass man auch mal passend zum Outfit wechseln könnte (wenn man es sich leisten will). Das Finish ist immer dezent matt und die Farben der verarbeiteten Materialien (Kabel, Hörmuschel, Bügel, etc.) gut aufeinander abgestimmt.

Ein kleines Problem gibt es für Brillenträger: der Plattan kann, durch seinen festen Sitz, in Kombination mit dicken Brillenbügeln bei längerer Tragezeit zu Druckschmerzen führen.

URBAN EARS Plattan* (Plus)
Tragekomfort leicht, aber sehr fester Sitz
Klangqualität voluminös, viel Bass
Abschirmung für Kriegsgebiete geeignet (ich stelle mir das so vor wie in Apocalypse Now: es fliegen Bomben und Granaten und Napalm, und du kannst locker deinen Walkürenritt dazu hören!)
Kabellänge ca. 120cm
Verstellbar ja
Faltbar ja
Kabel Einfach-Textilkabel, einseitige Kabelführung links
Anschluss 3,5mm, Adapter für Smartphones liegt bei (5cm Cross-Kabelstück, nicht bei allen Modellen notwendig)
Gewicht: 115g
Technisches Gedöns Handgefertigte 40mm Membran, Frequenzbereich 20-20kHz, Impendanz 60Ω, Empfindlichkeit 115 dB, Max Input Power 50mW
Sonstiges Kabelfernbedienung für Smartphones (Nokia, BlackBerry, HTC), Mirkophon mit PTT-Taste zum Telefonieren und beim Plus-Modell Lautstärkenregelung), 3,5mm Buchse um einen zweiten Kopfhörer anschließen zu können (»Legal Filesharing«)

Leider habe ich noch keine In-Ears gefunden (vielleicht sollte ich mir die Bagis oder die Medis mal anhören), die sowohl angenehm zu tragen sind, als auch den voluminösen Sound eines großen Kopfhörers vermitteln. Sascha Lobo hat mal von Sonic Gears berichtet, die ihm gut gefallen – aber sein Ansatz ist ebenso subjektiv und unprofessionell wie meiner. Ausserdem gibt es die Teile wohl nur in Malaysia zu kaufen.

Wenn jemand einen guten Vorschlag hat, bitte unten angeben.

Mein Fazit

Ich denke mit einem oder beiden der vorgestellten Kopfhörer kann man als Kreativer mindestens sein Büroleben bewältigen: der SONY ist günstiger und vielseitiger, lässt sich auch länger tragen. Während der URBAN EARS auch die Ansprüche an das Design erfüllt. Es müssen also nicht immer die sauteuren Beats by Dr. Dre sein, die obendrein schrecklich aussehen und viel Platz beanspruchen.

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Ein Kommentar oder Trackback

  1. ich hab mich für die plattan entschieden (schon unabhängig zu dem bericht). es überzeugen die kleinigkeiten:
    – buchse für zweiten kopfhörer
    – stabiles stoffummanteltes kabel
    – klein verstaubar
    – schlicht
    – mikrofon/fernbedienung

    es gibt jetzt auch den plattan+ mit integriertem lautstärkeregler. war mir aber den mehrpreis nicht wert.

    ansonsten schöner bericht…;-)

    //broker //11/11/15 //18:03

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